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    PNP vom 12.10.2010:

„Ich muss nur mich selber überzeugen“
Auf drei Kontinenten hat Hyeyoon Park Geige studiert - Diesen Freitag kommt die Siegerin des ARD-Musikwettbewerbs nach Passau


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Bescheidenheit ist eine Zier: „Ich denke, es ist Zufall, wenn die Jury mit mir einer Meinung ist“, sagt die 18-jährige gebürtige Koreanerin Hyeyoon Park, eines der größten heutigen Klassik-Talente. 
    
In der Provinz zu leben, ist ein echter Vorteil. Statt zu warten, bis die junge Generation von Spitzenmusikern endlich die namhaften Konzertsäle erobert hat, besucht man das exzellent besetzte Festival Young Classic, das den herausragenden Nachwuchs heuer von 15. Oktober bis 13. November in die Dreiflüssestadt bringt. Zur Eröffnung diesen Freitag um 19.30 Uhr im Passauer Rathaussaal spielt die Geigerin Hyeyoon Park mit der Niederbayerischen Philharmonie - im Jahr 2009 die bisher jüngste Siegerin in der Geschichte des ARD-Musikwettbewerbs. Im Interview stellt sie sich vor.

 Frau Park, wie spricht man Ihren Vornamen richtig aus?

Park: Häjun - mit A-Umlaut statt YE und dann mit U (lacht).

  Sie spielen in Passau Mendelssohns Violinkonzert in e-Moll - was verbinden Sie damit?

Park: Ich habe das Stück als Kind zum ersten Mal gehört und mit neun, zehn Jahren auch gelernt. Aber da war ich viel zu jung, um etwas zu interpretieren. Neulich habe ich es für dieses Konzert wieder hervorgeholt und sehe jetzt vieles ganz anders darin. In Passau spiele ich das Konzert zum ersten Mal mit Orchester vor Publikum - eine richtige Premiere.

  Sie haben eine Reihe großer Wettbewerbe gewonnen. Wie kann man abgesehen von technischen Dingen den künstlerischen Ausdruck trainieren, so dass man eine Jury überzeugt?

Park: Zu allererst muss die Einstellung weg, jemanden überzeugen zu wollen. Ich muss nur mich selber überzeugen und meine Musik lieben. Technisch ist bei einem Wettbewerb das Niveau so hoch, dass es da wenig zu kritisieren gibt. Und künstlerisch: Wenn ich für mich sagen kann, das war ein guter Auftritt, dann ist alles o.k., und ich denke, es ist Zufall, wenn die Jury dann mit mir einer Meinung ist. Beim ARD-Wettbewerb war sie zum Glück meiner Meinung, und darüber bin ich sehr glücklich.

  Sie spielen Geige, seit Sie viereinhalb Jahre alt sind. Gab es je eine Situation, in der Sie aufhören wollten zu spielen?

Park: Ich komme ja nicht aus einer Musikerfamilie. Aber ich habe damals im Urlaub meine Cousine Geige spielen hören, nur ganz leichte Sachen. Ich habe das gehört und wollte dieses Holzstück auch mal halten und streichen - und dann habe ich gesagt: Ich will das lernen. Ich hatte eine halbe Stunde Unterricht pro Woche und überhaupt nicht geübt - bis jemand meinen Eltern gesagt hat, ich sollte eine professionelle Ausbildung bekommen. Mit sechs wurde ich dann ins Jungstudenten-Programm an der Uni in Seoul aufgenommen. Und so fing das an - aber aufhören wollte ich nie.

  Sie sind mit zehn Jahren in die USA und mit vierzehneinhalb nach Berlin - um zu studieren. Können Sie einschätzen, welchen Stellenwert die klassische Musik in den drei Ländern hat, in denen Sie gelebt haben?

Park: Da gibt es ganz klare Unterschiede, aber das ist natürlich meine persönliche Erfahrung, ich will hier keine Klischees produzieren.

  Aber Ihre persönliche Erfahrung ist doch interessant . . .

Park: O.k. (lacht). In Korea gab es so viele Leute, die Geige gespielt haben, es gab immer Konkurrenz und Wettbewerbe, aber es gab nicht dieses Genießen der Musik. Wir haben geübt, was die Lehrer uns sagten, aber mit zehn Jahren hat mich das gestört. Alle klingen ähnlich, aber ich möchte meine Musik spielen. Wie kann ich das machen? Und deswegen wollte ich in die USA. Dort habe ich viele technische Dinge trainiert, es wurde immer gefragt: Wie macht man das? Und in Deutschland fragt man: Warum macht man das? Warum hat der Komponist das so geschrieben? Erst hier habe ich sehr viel gelernt, was über das reine Spielen hinausgeht.

  Was macht den Unterschied aus zwischen Ihrer Storioni-Geige von 1781 der Deutschen Stiftung Musikleben und jener, die Sie zuvor gespielt haben?

Park: Es ist wie eine Palette beim Malen: Wenn ich als Spieler mehr geben kann, dann kann diese Geige das übertragen. Das Instrument hat viel mehr Farben - ich könnte alles spielen, und die Geige macht es mit. Es ist ein wunderbares Instrument.



Raimund Meisenberger
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