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PNP vom 18.10.2010:

Was geschieht hinter diesen Wimpern?
Mitreißend: Geigerin Hyeyoon Park eröffnet Young Classic


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So stoisch wie ihr Gesicht, so euphorisiert ist ihr Publikum im Passauer Rathaussaal: ARD-Musikpreis-Siegerin Hyeyoon Park. (Foto: Jäger) 
    
Man wüsste wirklich zu gerne, was sich hinter Hyeyoon Parks geschlossenen schwarzen Wimpern abspielt, während sie zur Eröffnung des Festivals Young Classic, dem 13. Europäischen Jugend-Musikfestival in Passau, am Freitag das Violinkonzert in e-Moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy interpretiert.

Was geht im Inneren der koreanischen Künstlerin vor, wenn sie durch die spektakulären Doppelgriff-Passagen eilt, dass dem Dirigenten der Schweiß rinnt? Wenn sie ihre herrliche Violine im Andante singen lässt, dass sich bis zu den hinteren Stehplätzen des brechend vollen Passauer Rathaussaals großer Frieden ausbreitet. Wenn sie so meisterlich mit Klangfarben spielt, dass einen die Stimmung im Heiteren wie mit der Feder und in der Melancholie wie mit der Keule trifft. Denn während die gerade 18-Jährige ihr Publikum in höchste Euphorie versetzt, zeichnet sich auf ihren porzellanzarten Zügen nichts als stille, strenge Konzentration ab - ein Ausdruck, der zusammen mit ihrem reifen, fast verstörend energischen Spiel klar macht: Hier ist kein zauberndes Wunderkind zu hören, sondern eine hart arbeitende, souveräne Virtuosin.

Der mitreißende Effekt dieser ausgeprägten künstlerischen Sicherheit wird gerade in diesem Konzert deutlich, das dem Soloinstrument eine überaus bestimmende Rolle zugesteht: Die Geige führt und entwickelt die Themen, das Orchester ist in weiten Teilen reagierender Partner. Park geht hier mit einer Entschiedenheit voran, die jeden Ton, jede Gestaltungs-nuance klarer beschließt als das pünktlichste Dirigat - und die Niederbayerische Philharmonie folgt ihr mit einer Akkuratesse, Vitalität und Klangfrische, die die vorangegangene Ouvertüre zu Mozarts „Così fan tutte“ vermissen ließ und die dem Schlusswerk, Beethovens Siebter, äußerst gut tut.
Es ist den Gesichtern im Ensemble anzusehen, dass an diesem Abend nicht nur das Zuhören, sondern auch das Mitspielen ein erhebender Genuss ist - und es ist schade, dass Generalmusikdirektor Basil H. E. Coleman seinem Orchester hier nicht noch mehr zutraut. Wer neben einem strahlenden Talent wie Park nicht als braver Schatten erscheinen will, darf mit seinem Potenzial klotzen und sich allen Biss, allen Glamour und alles musikalische Draufgängertum erlauben.  


Katrina Jordan
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