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PNP vom 26.10.2009


„Für Berufsmusiker ist es schwerer“

Cellist Heinrich Schiff gab Meisterkurs beim 12. Europäischen Jugend-Musik-Festival

 

profschiff
 Foto: Agentur
 
 
Der weltbekannte Cellist Heinrich Schiff, der u. a. mit Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt und Giuseppe Sinopoli zusammenarbeitete, hielt von Freitag bis gestern einen Meisterkurs im Rahmen des 12. Europäischen Jugend-Musik-Festivals Passau ab. Die PNP sprach mit Prof. Schiff.

  Warum haben Sie sich von der Lehrtätigkeit zurückgezogen?

Schiff: Ich habe zwei Jahre Sabbatical gemacht an der Musikuniversität. Jetzt lehre ich wieder. 20 Jahre habe ich keine Meisterkurse gegeben. Jetzt mache ich zwei, einen in Wien und einen in Passau. Das Festival hat einen guten Ruf und so habe ich gerne ja gesagt.

  Soll man bei Kindern mehr Wert auf technische Vervollkommnung oder auf die Interpretation der Musik legen?

Schiff: Dem Wesen eines Kindes angemessen, wird ein Kind mit acht, neun Jahren hoffentlich kein Beethoven-Konzert spielen. Das halte ich für ein Verbrechen. Es gibt einfachere Musik für Kinder. Die Seele der Musik oder des Werkes ist von Anfang an zu berücksichtigen und untrennbar mit dem Stück verbunden. Es gibt eine Trennung zwischen musikalischen und technischen Problemen. Aber jedes, selbst das einfachste Werk, hat eine musikalische Landschaft, die zu erfassen ist.

  Können Sie heute noch jungen Menschen raten, Musiker zu werden?

Schiff: Noch merken wir nicht, dass die amusische Grundhaltung des Staates zu einer Verschlechterung des Musiklebens führt. Für einen jungen Berufsmusiker ist es heute viel schwerer geworden, einen sinnvollen Platz im Berufsleben zu finden aufgrund der Konkurrenzsituation. Das ist ein Problem der Globalisierung. Dazu kommt: In vielen Ländern (auch in Ostdeutschland) gibt es plötzlich weniger Orchester. Wenn diese Situation sich verstärkt, wird es umso schwieriger und die Pyramide der Niveaufrage umso problematischer.

 

Die Fragen stellte Edith Rabenstein.

 

 

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