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PNP vom 10.11.2009


Junge spielen wie die alten Hasen

Fulminanter Schluss des Passauer Jugend-Musikfestivals mit Salzburger Schulorchester



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Beherrscht die höchste Tugend der Cellisten: der Deutsch-Rumäne Valentin Radutiu. (Foto: Scholz)
 

Von Hermann Schmidt
Wenn Jugendliche mit großem Engagement musizieren, ist das für die Älteren besonders erfreulich, weil die meisten um den hohen pädagogischen Wert dieser Beschäftigung wissen. Man muss halt die Anspruchslatte etwas niedriger hängen, dann kann das Ganze ja recht hübsch werden. Doch beim Abschlusskonzert zum 12. Europäischen Jugend-Musikfestival Passau am Sonntag im Rathaussaal erwies sich derlei Entgegenkommen der Zuhörer als überflüssig.
Denn das Orchester des Musischen Gymnasiums Salzburg präsentierte sich unter seinem Leiter Markus Obereder auf einem musikalischen und spieltechnischen Niveau, das weit über die landläufigen Anforderungen an Schulorchestern hinausgeht. Die Jungen spielten tatsächlich meist wie alte Hasen. Man wurde als Zuhörer immer wieder hineingezogen in den Sog der Begeisterung, mit der diese Mädchen und Jungen die Werke eines höchst anspruchsvollen Programms meisterten.
So ließen schon in den ersten Takten der Ouvertüre zu Mozarts früher Oper „Lucio Silla“ erstaunliche Geläufigkeit der Streicher und der selbstbewusste Zugriff aufhorchen. Die flankierenden Sätze waren mitreißend temperamentvoll und klar artikuliert. Der langsame Mittelteil hatte gestalterischen Atem. Jetzt war Klarheit geschaffen: Hier sind veritable Musiker am Werk.

Das erst 1961 nach 200-jährigem Dornröschenschlaf wiederentdeckte 1. Cellokonzert in C-Dur von Joseph Haydn mit dem jungen deutsch-rumänischen Solisten Valentin Radutiu gab dem Abend schon vor der Pause seine Erfüllung. Man begegnete einem Vollblutmusiker, für den es keine technischen Probleme zu geben scheint und der darum ganz in seiner Interpretation aufgehen kann. Und da regierten neben festem Zugriff eine unendliche Vielfalt an klanglichen Nuancen und sensibler Phrasierung. Radutiu beherrscht vor allem die oberste Tugend der Cellisten: Er kann sein Instrument singen lassen, was den wunderschönen langsamen Satz zum tiefgehenden Erlebnis werden ließ. Im Finale kam wieder seine technische Brillanz zur Geltung, der sich in der rücksichtsvollen aber auch Impuls gebenden Begleitung seiner jungen Begleiter bestens aufgehoben fühlen konnte.Am ende die große Herausforderung an das Orchester: Igor Strawinskys Pulcinella-Suite nach Musik von Pergolesi. Eine Musik, in der zwei Jahrhunderte fusionieren. Man man kann nur respektvoll staunen, in welch hohem Maß sie von den Salzburgern bewältigt wurde. Wenngleich hier Grenzen erreicht waren, behielt das Werk Originalität, Geist und rhythmische Brillanz, das Finale entfachte einen Beifallssturm. Nach diesem fulminanten Schlusskonzert kann Iwan Bakalow, Initiator und Organisator des Festivals, mit Zuversicht auf die 13. Auflage nächstes Jahr blicken.   

 

 

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